Ein bisschen wie St. Martin möchte ich gerne sein….

Zur Dämmerstunde trafen sich letzten Donnerstag alle Kindergartenkinder und Eltern im Evang. Gemeindehaus am Kohlesbach. Die Kinder wurden mit einem Tischpuppenspiel eingestimmt, welches die Erzieherinnen vorführten, und bei dem die Kinder mucksmäuschenstill waren. Es handelte vom Heiligen St. Martin, der im 4. Jh. n.Chr. lebte: Es war an einem Novembertag in Frankreich. Ein Gruppe Ritter wollte angesichts des Regens und der Dämmerung schnell die nächste Stadt erreichen und gab ihren Pferden die Sporen. Nur der junge Ritter Martin blieb immer weiter zurück, weil er sein Pferd im einsetzenden Schneesturm nicht überanstrengen wollten. Gerade als er durch das Stadttor reiten wollte, blieb sein Pferd stehen und ließ sich trotz guten Zuredens nicht weiter bewegen. Martin stieg ab und erst da sah er den armen Mann, der in Lumpen gehüllt vor Kälte zitterte und sich in eine Nische in der Stadtmauer drängte. Martin, der unterwegs so oft Almosen an notleidende Menschen verteilt hatte, besaß an diesem Abend nicht mehr als sein Rittergewand und seinen warmen Mantel. Ohne zu zögern nahm er sein Schwert, teilte seinen Mantel in zwei Teile und gab dem Armen eine Hälfte. Rasch und ohne Dank abzuwarten stieg er auf sein Pferd und ritt in die Stadt zu seinen Kameraden. Die bemerkten den halbierten Mantel. Sie wussten, dass Martin Notleidenden half und hatten sich darüber schon oft lustig gemacht: „Bald wirst Du nichts mehr für Dich selbst haben!“. Als sie an dem Abend erkannten, dass Martin einem Armen geholfen hatte, an dem sie offenbar unbeachtet vorbei geritten waren, schämten sie sich. Martin antwortete bescheiden: „Ich habe nicht anders gehandelt, als ich es auch für meinen Bruder getan hätte.“ Christus mit dem halbierten Mantel erschien in der folgenden Nacht Martin, woraufhin Martin noch selbstloser unter den Menschen wirkte und viele Ritter seinem Vorbild folgten.

Anschließend zogen alle Familien und Kinder mit den bunt leuchtenden und selbst gemachten Laternen durch Weilheims Altstadt, angeführt vom Nachtwächter. Immer wieder hielten wir an und sangen Laternenlieder. Plötzlich entdeckten die Kinder einen frierenden Bettler am Wegesrand sitzen und bald darauf kam auch St. Martin, teilte seinen Mantel und gab dem Bettler eine Hälfte. So teilten auch wir am Ende des Laternenumzugs mit allen die selbst gebackenen Martinsgänse und wärmten uns mit dem Früchtepunsch. Beeindruckt von St. Martin und mit leuchtenden Gesichtern gingen die Kindergartenkinder nach Hause.

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